“Komak! Komak!” – Begegnung mit Alidad Shiri
Sehr gespannt und interessiert verfolgten am 26. März einige 2. und 3. Klassen die Vorstellung des Buches “Via dalla pazza guerra. Un ragazzo in fuga dall’Afghanistan” (auf Deutsch: “Komak! Komak! Ein Junge auf der Flucht aus Afghanistan”) und die bewegende Lebensgeschichte von Alidad Shiri, welcher im Jahr 2005 nach einer abenteuerlichen Reise bei uns in Südtirol gelandet ist und seitdem hier lebt und zur Schule geht; zudem ist er immer wieder einmal auf Vortragsreise durch ganz Italien.
Zum Teil sehr nüchtern und manchmal sogar mit ein bisschen Humor erzählte Alidad vom gewaltsamen Tod seiner Eltern und einiger naher Verwandte und wie er sich gezwungen sah, seine Heimat Afghanistan zu verlassen, um in Europa ein sichereres Leben zu führen. Nach einer entbehrlichen und zum Teil auch gefährlichen Reise über den Iran, die Türkei und Griechenland und Monaten anstrengender Arbeit in Fabriken als 12-/13-jähriger Junge gelang es ihm, Norditalien und schließlich – angebunden auf der Achse eines LKW - Südtirol zu erreichen, wo er aufgegriffen und ins Kinderdorf in Meran gebracht wurde. Von Erzieherinnen und Lehrpersonen begleitet begann er langsam, Italienisch zu lernen; heute ist er auch bemüht, Deutsch zu lernen und besucht deshalb als Gasthörer die LEWIT in Bozen, während er abends in der italienischsprachigen Handelsoberschule die Schulbank drückt. Die Wochenenden verbringt er mittlerweile meist bei seiner neuen Familie auf dem Ritten. 
Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern machte Alidad Shiri einen sehr selbstbewussten Eindruck, den eines jungen Erwachsenen, der gestärkt aus all den Schicksalschlägen hervor gegangen ist, und genau weiß, was er im Leben erreichen will. Er möchte nach der Matura Rechtswissenschaften studieren und träumt davon, irgendwann in seine Heimat zurückkehren zu können, um dort die Rechte der Kinder zu verteidigen.
Diese beeindruckende Begegnung wird den Zuhörerinnen und Zuhörern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben, und vielleicht ist dem/der einen oder anderen wieder bewusst geworden, wie gut es ihm/ihr eigentlich in unserem Land geht, wie wichtig Heimat, Familie, Frieden sind.
Florentina Ismalaj sagte,
1. April 2011 um 2:26 nachmittags
Es war sehr, sehr beeindruckend. Er hat sehr spannend erzaehlt. Er hat auch passende Bilder gezeigt.Ich finde es toll, dass eine Familie ihn aufgenommen hat.